Station 6: Nördliches Mainauried
Das Nördliche Mainauried ist ein 11,4 Hektar umfassendes Flächenmoor, welches seit 1989 unter Naturschutz steht. Es befindet sich im Übergangsbereich des Bodanrück zur Uferzone des Bodensees nahe der Blumeninsel Mainau. Das Ried liegt knapp über dem Bodenseewasserspiegel. Begrenzt wird es durch die Zufahrt zur Insel Mainau und den Dammweg nach Litzelstetten. Daher kann das reichlich zufließende Quellwasser nur schlecht abfließen, weswegen sich eine Niedermoorschicht gebildet hat.
Aufgrund des hohen Wasserstands unterblieb auf der Fläche die intensive Landbewirtschaftung, so dass viele Pflanzengesellschaften, die auf eine frühere Nutzung als Einstreu in Viehställen zurückgehen, bis heute überdauern konnten. So finden sich heute gefährdete Arten der Roten Liste wie der Gewöhnliche Teufelsabbiss und der Lungenenzian auf den Flächen des Nördlichen Mainaurieds.
Der Lebensraum Feuchtwiese mit seinem hohen Wassergehalt ist geprägt von und angewiesen auf regelmäßige Überschwemmungen und einen hohen Grundwasserspiegel. Bei einem niedrigen Bodenseepegel sinkt auch der Grundwasserspiegel und betrifft damit die am See verteilten Feuchtlebensräume. Durch den allgemein immer niedriger werdenden Sommerwasserstand des Bodensees durch die Klimaveränderungen führt dies direkt zu negativen Einwirkungen auf diese Gebiete und macht es nicht nur den genannten Arten schwer. Betroffen sind die zahlreichen spezialisierten Tiere und Pflanzen aller Feuchtgebiete.